Huskies of Arctic Polar Lights

Die Sibirer aus dem Badner Land

Die Aufzucht eines Welpen ist noch wichtiger als seine Abstammung

Das Super Dog Programm

Frühförderung ist nicht nur für Menschen sondern auch für Welpen wichtig. Eine von Dr. Carmen L. Battaglia und Jerry Hope beschriebene Methode zur Frühförderung - das sogenannte Super Dog Programm - "...basiert auf der Einschätzung, dass etwa 65 Prozent der späteren Leistungsfähigkeit eines Hundes durch Training, Ernährung und Management bestimmt werden und nur 35 Prozent genetisch bedingt sind" (Madeleine Franck / Rolf Franck - Frühförderung für Welpen)

Aus diesem Grund habe auch ich gleich zu Anfang das "Super Dog Programm" mit meinen Welpen durchgeführt. Durch die bewusste Stimulierung mit taktilen, kinästhetischen und thermischen Reizen, soll das beim Neugeborenen noch ziemlich "unfertige" Nervensystem zu einer optimalen Entwicklung angeregt werden. Die Übungen sollen mit jedem Welpen ein mal täglich durchgeführt werden, jede Übung dauert drei Sekunden.



Die Wurfkiste

Die Entwicklung des Sehsinns beginnt mit etwa 14 Tagen und ist mit ca 3 Monaten voll abgeschlossen. Damit dieser Sinn sich entwickelt müssen die Welpen auch schon von Beginn dieser Phase an die Möglichkeit haben etwas zu sehen. Deswegen habe ich meine Wurfkiste mit offener Vorderseite gebaut. Es besteht die Möglichkeit vorne noch ein Brett einzusetzen, dies habe ich bisher aber noch nicht genutzt. Den Blick über die offene Seite aus der Kiste heraus, schult das Auge im dreidimensionalen Sehen, damit die Welpen später nicht in Entfernungen verschätzen. Zu erkennen ist das z.B. wenn Hunde sich häufig beim überwinden von Hindernissen vertun. 

Ausgelegt ist die Kiste mit einer Kinderbett Matratze die mit einem Wasserdichten Überzug versehen ist. Darüber kommen nochmal ein Molton, ein Leintuch und ein alter Bettbezug die täglich (zumindest einmal, bei Bedarf mehrfach) gewechselt werden. Die Matratze polstert bei einer "trampeligen" Mutter die Welpen soweit ab, dass sie nicht verletzt werden wenn die Mutter versehentlich auf sie drauf steht. 


Mit ungefähr drei Wochen beginnen die Welpen die Wurfkiste zu verlassen um ihr Geschäft zu verrichten. Sie pinkeln dann unmittelbar davor. Damit sie von Anfang an lernen auf Gras zu pinkeln habe ich vor der Kiste (einmal direkt auf Kantenhöhe und einmal etwas tiefer) zwei Toiletten angebracht die mit Gras gefüllt sind. Diese Konstruktion dient gleichzeitig auch als Treppe damit die Welpen wenn sie vor die Kiste gelangt sind wieder selbstständig hinein gelangen können. Das Gras muss täglich von Kot gesäubert werden, zur Geruchsminderung wird es täglich mit EM eingesprüht. Trotzdem muss es alle paar Tage ausgewechselt werden, da die Fläche zu gering für die Menge an Urin ist, als das er sich abbauen könnte. Wenn die Welpen die Wurfkiste nicht mehr regelmäßig benutzen, werden die Toiletten weiter weg von der Kiste aufgestellt.



Der Hörsinn

Die Ohren eines Welpen öffnen sich ungefähr mit drei Wochen. Bis zu diesem Zeitpunkt ist die Wahrnehmung eines Welpen auf den Geruchssinn (olfaktorisch), den Tastsinn (taktil) und seine Lage im Raum (kinästetisch) beschränkt. 

Für die Entwicklung wichtig sind Reizquellen die vom Welpen direkt lokalisiert werden können, z.B. Spielsachen die Töne verursachen. Aber auch das Hören von Klassischer Musik soll sich wegen der vielen Tempi Unterschiede, positiv auf die Entwicklung des Hörsinns auswirken. Ich konnte bei ruhigen Stücken auch eine beruhigende Wirkung auf die Welpen feststellen.

Einige Alltagsgeräusche lernen die Welpen schon in ihrer Kinderstube kennen - zum Beispiel den Staubsauger. Damit sie vor anderen Geräuschen (zum Beispiel Verkehrslärm, Gewitter, Feuerwerk...) später keine Angst zeigen, werden sie bei uns schon durch "Geräusch CDs" daran gewöhnt. Diese werden Anfangs erst sehr leise abgespielt, und die Lautstärke über Wochen dann auf die "Originallautstärke" gesteigert.

Das diese Form der Desensibilisierung funktioniert konnte ich bei den Welpen des B und C Wurfs beobachten. Bei ihrem ersten Ausflug in den Garten kam ganz kurz nachdem wir raus sind ein großer Traktor vorbei - und der Garten liegt direkt an der Straße. Keiner der Welpen hat sich ängstlich deswegen gezeigt. Und auch bei ihrem ersten Gewitter hat keiner mit der Wimper gezuckt obwohl der Donner ziemlich laut war.



Ernährung

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Ernährung. Für alle unsere Hunde gibt es rohes Futter (BARF) weil dies die artgerechteste Ernährungsweise für einen Hund (und speziell für einen so ursprünglichen Hund wie den Husky) ist. Die Welpen werden erst ab der vierten Woche zugefüttert und dabei wird dem Aspekt der "Oralen Toleranz" Rechnung getragen. Das heisst es werden dem jungen Organismus immer nur wenige neue (am besten nur ein neues) Lebensmittel dargereicht. Dann gibt man dem kleinen Körper ein paar Tage Zeit bevor ein weiteres Lebensmittel dazu kommt. Dies soll verhindern dass Allergien entstehen. Angesichts der steigenden Zahlen von Futtermittel allergischen Haustieren, in einer Zeit in der die Fertigfuttermittel Industrie boomt, scheint es da einen Zusammenhang zu geben. Werden Welpen mit einem Fertigfuttermittel angefüttert, enthält dieses gleich viele Inhaltsstoffe mit denen sich der Organismus auf einmal auseinander setzen muss.

Begonnen wird bei uns mit der Zufütterung von Ziegenmilch (können wir glücklicherweise in der Nähe frisch beziehen), dieser werden dann noch nach und nach weitere Zutaten hinzu gefügt (Rezept vom "Welpenbrei" nach Swanie Simon). Später wird dann mit der Fütterung von Fleisch begonnen, auch hier erst eine Sorte, der dann noch nach und nach die Zusätze zugefügt werden. Als Mineral- und Vitaminquelle verwende ich gerne Blattpulver der Pflanze Moringa Oleifera, sie gilt als die Vitamin und Mineralstoff reichste Pflanze überhaupt.


Abwechslungsreiche Umgebung

Um verschiedene Bewegungsabläufe zu trainieren braucht ein Welpe eine Umgebung die ihm die verschiedensten Anreize bietet. Unsere Welpen wachsen die ersten vier Wochen bei uns im Wohnzimmer auf, damit sie auch gleich Kontakt zur Familie bekommen. Ab vier Wochen dürfen sie dann, erst nur kurz und dann immer länger, tagsüber in den Garten. Mit etwa 6 Wochen dürfen die Welpen dann zum ersten mal auf der großen Wiese des Schlittenhunde Vereins rennen. Verschiedenste Spielsachen bieten den Welpen ebenfalls viele Anreize. 




Auto fahren

Etwa zeitgleich mit den ersten Ausflügen in den Garten, werden bei uns auch die ersten Autofahrten gemacht. Anfangs nur einmal um den Block, mit einem anschließenden Ausflug in den Garten, so dass gleich eine positive Assoziation bei den Welpen entsteht. Die Fahrten werden dann nach und nach verlängert. Spätestens wenn die Fahrten mit dem Auto zum Hundeplatz führen, gefällt es den Welpen.


Andere Tiere

Eine wichtige Lektion für einen Welpen ist, dass es neben Huskys auch noch andere Tiere gibt, und diese nicht unbedingt eine Beute darstellen. Die Welpen lernen in unserem Haushalt von Anfang an Katzen kennen. Wenn sie größer sind dann auch andere Hundearten und Pferde.


Gewöhnung an Geschirr, Leine und das Kämmen

Mit dem Kämmen fangen wir bereits mit ca zwei bis drei Wochen an. Mit einer weichen Bürste wird jeder Welpe kurz abgebürstet. Später wird dann auf eine richtige Haarbürste umgestiegen.

Wenn die Welpen ungefähr fünf Wochen alt sind, bekommen sie beim spielen kurz ein Geschirr angezogen. Auch dieser Zeitraum wird dann langsam verlängert. Und mit sieben Wochen kommen die Welpen dann zum ersten mal an die Leine. Entweder werden sie mit etwas Futter das vor ihre Nase gehalten wird dazu animiert dem Zug der Leine zu folgen, oder indem sie auf einen gefüllten Futternapf zu geführt werden.



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